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 tele-fon.de  >  News  >  Studie: Preissenkungen bei EU-Roaming gehen zu Lasten anderer Länder
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S t u d i e
22. Januar 2010
17:38 Uhr
Preissenkungen bei EU-Roaming gehen zu Lasten anderer Länder

[mg]  Ein neuer Bericht von Tariff Consultancy Ltd. (TCL) beleuchtet die Auswirkungen der Roaming-Gebührenbegrenzung durch die Europäische Kommission in den Jahren 2007 bis 2010. Die Sprach- und SMS-Roaming-Gebühren in Europa wurden in diesem Zeitraum halbiert, wobei der Preis nur selten unter der festgelegten Preisgrenze liegt. Die Roaming-Gebühren für die Datenübertragung in der EU liegen im Durchschnitt bei 5,40 Euro und somit beim Fünffachen des Einkaufspreises von 1 Euro pro MB, wobei die Roaming-Gebühren einzelner Betreiber unter dem Grenzpreis liegen aber auch bis zum 10-fachen betragen können.

   "Einer der wichtigsten Gründe für die eingeschränkte Roaming-Nutzung ist das fehlende Bewusstsein beim Anwender", sagte Margrit Sessions, Geschäftsführerin von TCL, "in unserer dreijährigen Untersuchung seit 2007 ist es frappierend zu sehen, wie wenig die nicht regulierten Roaming-Gebühren gesunken sind", sagte Sessions. "Der Benutzer muss außerhalb der EU möglicherweise das Zehnfache für seine Kommunikation bezahlen".

   TCL hat festgestellt, das ungefähr 90 Prozent der Mobilnetzbetreiber in Europa ihre Roaming-Gebühren für Gespräche in der EU am Preislimit ausrichten, sodass dieses sich als De-facto-Richtpreis etablieren konnte.

   Eine der Folgen der Einführung der Roaming-Gebührenbegrenzung in der EU ist die Änderung der Roaming-Gebühren für andere Regionen außerhalb der europäischen Union. Die Betreiber suchten die Umsatzverluste aufgrund der Roaming-Gebührenbegrenzung innerhalb der EU durch entsprechende Roaming-Tarife außerhalb der EU auszugleichen. Einige Betreiber haben auch die geographischen Zonen geändert, was insbesondere für Reisende in Länder wie z.B. Norwegen, die Schweiz, die USA und im asiatisch-pazifischen Raum, die zuvor zur EU-Zone zählten, zu höheren Gebühren geführt hat.

   In zunehmenden Masse jedoch versuchen Mobilnetzbetreiber eine Reihe eigenständiger "Opt-in"-Roaming-Pakete für Verbraucher auf den Markt zu bringen, die die Roaming-Gebührenbegrenzung der EU umgehen und im Gegenzug gegen eine Wochen- oder Monatsgebühr Roaming-Rabatte für ausgewählte Urlaubsziele bieten, aber eventuell über dem Grenzpreis der EU liegende Gebühren für Länder der EU-Zone zur Folge haben.

   Das Nettoergebnis des Ausgleichs der Mobilnetz-Roamingtarife außerhalb der EU ist letztlich, dass Roaming-Dienste in die USA bzw. andere Länder im Vergleich zur EU relativ teuer wurden. So hat sich beispielsweise die Gebühr für ein Telefongespräch per Roaming aus der EU-Zone in die geographisch nächstgelegene Tarifzone im Durchschnitt um 200 Prozent verteuert. Auch eine per Roaming verschickte SMS aus der EU-Zone in die geographisch nächstgelegene Tarifzone hat sich im Durchschnitt um 160 Prozent verteuert.

Quelle: tele-fon.de

Externe Links zum Thema:
 •  Tariff Consultancy Ltd.
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