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[mg] Die drei Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (o2) arbeiten zusammen an einem multimedialen Nachfolger der SMS - zu groß ist mittlerweile die mobile Konkurrenz von WhatsApp & Co. und den daraus resultierenden Einbrüchen der SMS-Einnahmen.
Jahrelang haben die Mobilfunkanbieter an SMS prächtig verdient. Zahlte man anfangs noch bis zu 49 Cent je SMS - die aus gerade einmal 160 Zeichen besteht - so sind es zwar in den meisten aktuellen Verträgen immer noch mindestens 9 Cent, aber auch das erscheint absolut überteuert angesichts der immer günstiger werdenden Daten-Flatrates für Smartphones.
Für die Netzbetreiber verursachte eine kurze SMS kaum Kosten, aber grandiose Einnahmen - bei mehr als 111 Millionen SMS täglich - wie Sie noch im Jahr 2011 verschickt wurden - bahnt sich nun eine Kehrtwende an. Immer mehr Verbraucher steigen auf kostenlose Alternativen um, wie beispielsweise die beliebt Smartphone-App WhatsApp, Facebook, Skype und Co. Die Netzbetreiber sehen ihre Felle langsam aber sicher dahin schwinden. In den Jahren von 2006 bis 2011 sank der SMS-Umsatz in der Mobilfunkbranche von 3,8 Milliarden Euro auf 2,8 Milliarden Euro.
Die drei Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica planen nun einen eigenen Dienst, der ähnlich wie bei WhatsApp & Co. nicht nur kurze Texte sondern auch Bilder, Videos und andere Dateien übermitteln kann. Der neue Messaging-Dienst wird vom Branchenverband GSMA entwickelt und hört auf den Namen "Rich Communication Suite enhanced" (RCS-e).
RCS-e soll keine eigene App sein, sondern vielmehr im Handy als Grundfunktion zur Verfügung stehen, ähnlich wie aktuell bereits die SMS. Die GSMA will damit Insellösungen verhindern. Bereits im Telefonbuch soll man erkennen können, ob der Messaging-Dienst bei seinen Kontakten genutzt werden kann. Dabei ist auch eine Anzeige vorgesehen, die Auskunft darüber gibt, wie schnell die Internetverbindung des Empfängers aktuell ist. Dies soll den Versand großer Datenmengen (zum Beispiel Videos) erleichtern.
Der drittgrößte deutschen Mobilfunkanbieter E-Plus/BASE bzw. dessen Muttergesellschaft KPN will derzeit nicht an einer gemeinsamen Lösung mitarbeiten. Auch geplant, dass die Mobilfunkanbieter RCS-e ausschließlich über das Mobilfunknetz zulassen werden - nicht jedoch über WLAN. Ob dies jedoch zu einer erfolgreichen Verbreitung des Systems beitragen wird, ist höchst fraglich.
Quelle: tele-fon.de