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eco e.V.: Musikbranche steht kurz vor der nächsten Revolution
e c o   e . V .
31. August 2014
10:38 Uhr
Musikbranche steht kurz vor der nächsten Revolution

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[mg]  Noch vor wenigen Jahren haben sie die CD abgelöst, jetzt droht ihnen selbst ein Nischendasein: Digitale Musikdownloads werden in den nächsten Jahren von Streamingangeboten verdrängt - zu dieser Einschätzung gelangt eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. im Rahmen der IFA 2014. Laut Michael Westphal, Leiter der eco Kompetenzgruppe Streaming Media, steht der Musikbranche damit die nächste große Revolution bevor. "Die Einstellung des Telekom-Dienstes Musicload im Frühjahr 2014 ist Zeichen eines eindeutigen Trends: Angesichts eines immer attraktiver und preisgünstiger werdenden Streamingangebots verlieren immer mehr Menschen das Interesse an MP3-Downloads."

   Nicht nur Musicload ist von diesem Wandel betroffen: Aus Sicht von Westphal müssen sich auch Amazon und iTunes - die in Deutschland verbleibenden Marktführer - zeitnah ein konkurrenzfähiges Streaming-Standbein aufbauen, um auf dem umkämpften Musikmarkt relevant zu bleiben. Ob der in den USA bereits gestartete Dienst Amazon Prime Music oder der geplante Apple Streaming Dienst Beats Music sich gegen bestehende Größen wie Spotify, Simfy oder Deezer durchsetzen werden, bleibt es laut dem eco-Experten jedoch abzuwarten. Beide Anbieter verfügen zwar von Haus aus über eine enorme Nutzerbasis, müssen sich jedoch auf einem etablierten Markt behaupten. "Neben einem mobilen Angebot und überschaubaren monatlichen Kosten ist vor allem ein umfangreicher Musikkatalog ein entscheidender Faktor. Das Fehlen großer Musiklabels - wie etwa Universal bei Amazon Prime Music - könnte daher zu einem entscheidenden Hindernis werden", so Westphal.

   Den Grund für den rasanten Wandel des Musikmarktes sieht Westphal in der immer verfügbaren und Millionen Songs umfassenden Auswahl sowie den beliebten Flatrate Angeboten von Spotify und Co. Kostenlose Probeangebote bilden bei den meisten Diensten zudem eine attraktive Möglichkeit, Nutzer an kostenpflichtige Premiumdienste zu binden. Anders als bei gekauften MP3-Liedern und -Alben verfällt der Zugriff auf sämtliche Titel jedoch mit dem Ende des Abos - ein Nachteil, der vor allem für die meist jungen Nutzer allerdings keine Rolle spielt. Westphal ist überzeugt: "Aus unserer Sicht gibt es keine Zweifel: Streaming ist die Zukunft der digitalen Musik und wird die gesamte Musikbranche in den nächsten Jahren von Grund auf verändern. Wer sich jetzt nicht darauf einstellt, bleibt auf der Strecke."

Quelle: eco / tele-fon.de

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